Akupunkturprojekt im tibetischen Dzogchen Kloster in SüdindienAkupunkturprojekt 2003 - Wie kam die Reise zustande?Als die Schule für Chinesische Medizin "Shou Zhong" der AG TCM von Potsdam nach Berlin umzog, weihte S.E. Dzogchen Rinpoche die Schule ein. Dabei stellte er sein Kloster mit den neuesten und dringendsten Projekten vor. Eines dieser Projekte betraf die noch mangelnde medizinische Versorgung. S.E. Dzogchen Rinpoche versucht weltweit Vertreter von Schul- und Alternativmedizin ins Kloster zum ehrenamtlichen Arbeiten einzuladen. Es waren dort neben einem Zahn- und Kinderarzt aus Deutschland, Homöopathen aus der Schweiz und Akupunkteure und Osteopathen aus England. Unsere Arbeit im KlosterIm Frühjahr 2003 fuhr eine Gruppe von 11 Berliner Therapeuten und ehemaligen Schülern der Schule Shou Zhong (Physiotherapeuten, Heilpraktiker und Ärzte) für insgesamt 6 Wochen ins Kloster. Wir wohnten im Gästehaus des Klosters. Der Speisesaal der Mönche wurde kurzerhand in eine Klinik umgewandelt. An den ersten Tagen behandelten wir v.a. Mönche und Mitarbeiter des Klosters. Da alle 22 Dörfer gleichermaßen berücksichtigt werden sollten, wurde eine Höchstzahl an täglichen Neuaufnahmen von uns vorgegeben. In jedem Dorf wurde eine Versammlung einberufen, auf der jeder die Möglichkeit hatte, seine Bedürftigkeit vorzustellen. In den ersten 2 Wochen kamen daher nur die Ältesten, Bedürftigsten und Kränksten eines jeden Dorfes zu uns. So waren unsere ersten Patienten zwischen 75 und 95 Jahre alt. Sie wurden dann aber von Woche zu Woche "jünger". Die häufigsten Beschwerden waren Knie-, Rücken- und Kopfschmerzen, sowie Augen,- Magen- und Darmerkrankungen .Neben akutem Armbruch nach Unfall gab es auch zahlreiche Fälle von Hepatitis und Tuberkulose in der Anamnese. Übersetzt wurden unsere Fragen zuerst von englisch sprechenden Mönchen und später von tibetischen Jugendlichen, die gerade Ferien hatten. Unsere Arbeitszeit von täglich 8 Stunden reichte oft nicht aus. 14 Behandlungen pro Therapeut und Tag waren normal Kurzes ResümeeFür uns war diese Reise eine wertvolle Erfahrung und durch die große Bandbreite der Erkrankungen in medizinischer Hinsicht sehr interessant. Durch die fehlende oder ungenügende schulmedizinische Versorgung waren wir 100 % auf die Chinesische Medizin angewiesen. Westliche Pharmazeutika spielten in der Behandlung als blockierender Faktor keine Rolle. Durch die Möglichkeit der kostenlosen Behandlung konnten wir die Patienten je nach medizinischer Notwendigkeit mehrmals pro Woche behandeln. So erzielten wir schnell Therapieerfolge und konnten Behandlungen innerhalb unseres Aufenthaltes abschließen. Durch diese intensive Zeit ergaben sich teilweise sehr enge Kontakte. So erfuhren wir von entbehrungsreicher und gefährlicher Flucht aus Tibet. Wir spürten den Kummer über die verlorene Heimat, die zerrissenen Familien, die verlorenen Kinder und Familienmitglieder. Es hat uns sehr beeindruckt, wie sehr die Tibeter trotz vieler Entbehrungen sich ihre Offenheit und Herzlichkeit bewahrt haben. Hier war der gelebte Buddhismus für uns deutlich zu spüren. Bisherige FinanzierungIm Vorfeld hatten wir verschiedene Firmen für Akupunkturbedarf angeschrieben und um Sachspenden für unser Vorhaben gebeten. Die eingegangen Spenden v.a. von China pur med und Pfeiffer konnten unseren Nadel- und Moxabedarf tatsächlich decken. Durch Geldspenden von Patienten und befreundeten Kollegen konnten noch viele notwendige Dinge wie etwa Tupfer und Desinfektionsmittel gekauft werden. Die Reisekosten trugen wir selbst, die Unterbringung sowie unsere Verpflegung wurde vom Kloster zur Verfügung gestellt. Akupunkturprojekt 2005
In dem Zeitraum vom 26. Januar bis zum 4. März 2005 gab es im Dzogchen Kloster
in Dhondenling zum zweiten Mal ein Behandlungsangebot mit Akupunktur (TCM) von
drei Heilpraktikerinnen aus Berlin und einer Ärztin aus NRW.
Die - seit unserem letzten Besuch 2003 - inzwischen provisorisch errichtete
Klinik hat uns 2 Behandlungsräume mit insgesamt 5 Liegen, und einen angrenzenden
etwas größeren Warte- und Anamneseraum, geboten. In diesem unterstützte uns
tatkräftig die britische Krankenschwester Colette. Sie hatte im Vorfeld und
in Zusammenarbeit mit den Dorfvor-stehern Termine für die Behandlungsbedürftigen
der umliegenden Dörfer arrangiert. Während der Öffnungszeiten von 9 bis 18 h
kümmerte sie sich um weitere Terminvergaben und z. B. um die Behandlung
kleinerer Verletzungen. Kontinuität des AkupunkturprojektesEs ist wichtig, dieses medizinische Projekt weiterhin 1 x pro Jahr durchzuführen. Doch um ein Fortbestehen des Projektes zu sichern, sind wir auf zusätzliche Sach- und Geldspenden angewiesen. Wer Interesse hat, melde sich bitte bei:
Martina Reutgen:
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